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KW 41

Mahlzeit!

So, nachdem ich die letzte Schote meines Männes erzählt habe, machen wir weiter im Programm, genug Schreibmaterial liefert er mir ja wöchentlich.

Nachdem ich ihn das letzte Mal wie eine Disco-Queen bemahlt habe, entschuldigte er sich mehrfach für seinen Exzess. Er riss sich sogar eine ganze Woche lang zusammen, trank am Wochenende darauf kaum etwas und versicherte mir immer wieder, dass ich etwas besonderes sei, da keine andere Frau auf ihn gewartet hätte. Doch leider liegt es scheinbar in der Männlichen Natur, ausgesprochen schnell zu vergessen. Nachdem er ein Wichenende lang pausiert hatte, musste der arme Kerl ja immerhin einiges nachholen... nicht wahr?

 

... Wir schreiben das Jahr 2008, Ende der 41. Kalenderwoche. Den Freitag verbrachte ich in der Eifel, klingt langweilig, ists aber nicht. Ich habe dort ein... extravagantes Hobby, auf das ich irgendwann später genauer eingehe...

Wie dem auch sei, jedenfalls war ich Freitag bis spät in die Nacht unterwegs, trudelte so gegen halb 2 bei meinem Männe ein und war hellauf begeistert, ihn nüchtern vorzufinden. Als wir ins Bett gingen, war ich der seeligste Mensch auf Erden.

Zu früh gefreut.

Am nächsten Tag ging es wieder auf die Bahn. Unser zweites zu Hause. So weit kein Problem, auch ich war froh, mal wieder ein Bierchen zu trinken. Also trank ich mein Bierchen, er trank sein Bierchen, kümmerte sich um die Maschinen, turnte hier rum, turnte da rum, ich wusste nicht wirklich viel mit mir anzufangen, bis ein Pärchen das Astro betrat, dass mir sehr gelegen kam. Jenny und Marc. Jenny kannte ich bereits seit 8 Jahren, jedoch hatten wir uns aus den augen verloren, Marc kannte allerdings nur vom sehen. Mein Männe kannte sie beide recht gut. So hatten Jenny und ich viel zu töttern und unsere Männer turnten nun zusammen hier rum und da rum. Es hätte ein schöner Abend werden können, wäre mein Dusel - Freund, nicht wieder auf eine grandiose Idee gekommen...

Irgendwann kam die beiden Jungs jedenfalls auf uns zu und verkündeten stolz ihren Plan. Wir Mädels sollten zu meinem Männe nach Hause gehen, während die beiden Jungs zusammen ins Depo feiern gehen und dort warten bis sie wieder kamen. Frei nach dem Motto "Die kleine Jenny möchte aus dem Kinderparadies abgeholt werden."   - The Queen was not amused. - Mir war es relativ egal, ich war sogar neugierig darauf, ob Pat wohl dieses Mal pünktlich zu Hause sein würde, da ich ihm gesagt hatte, ich würde das nächste Mal Punkt 1 nach fünf gehen und nicht mehr wiederkommen. Jenny teilte meine Neugierde nicht. Sie sah eher aus wie ein Nashorn, dem man erst das Junge geklaut, dann ein Auge ausgestochen und ihm dann auch noch ins Bein geschossen hatte. Zugegeben, ich bin mir nicht sicher, wie ein derartig geschundenes Nashorn aussieht, aber es  kam dem nahe, was ich mir so darunter vorstellte. Ich mochte an diesem Abend definitiv nicht in Marcs vieler Haut stecken. Während sich das Nashorn den leicht verwirrt aussehenden Marc schnappte um ihn vor der Tür in Grund und Boden zu stampfen, versuchte ich meine Worte so zu formulieren, dass ich die Euphorie meines Kerls nicht allzusehr bremste. Im Endeffekt sagte ich nur "Ich glaube, du hast gerade eine Ehekrise ausgelöst." Er verstand nicht wirklich warum Jenny so wütend war. Ich schon. Also versuchte ich ihm zu erklären, dass es nicht wirklich die feine Englische Art war, seine Freundin an den Haaren in die Höhle zu ziehen und dort zu parken bis man wieder kam, anstatt einfach zu fragen, ob sie mitkommen wollte. Nunja, da ich mir zurecht nicht vorstellen konnte, dass Jenny zulassen würde, dass Marc meinen Freund im Depo bespaßt, schlug ich ihm vor, den Exfreund seiner Mutter zu fragen, mit dem er zwei Wochen zuvor bis neun Uhr morgens unterwegs war. Da ergriff er plötzlich über den Tisch hinweg meine Hand und sagte (orginal zitiert) folgenden Satz: "Schatz... Wenn ich getrunken habe und mit Olli unterwegs bin, bringt er mich nachher wieder auf dumme Gedanken und dann bin ich nachher nicht um 5 zu Hause und habe dich verloren... Das will ich nicht. Ich spüre einfach, das zwischen uns hält lange. Ich liebe Dich!" Hach... Das sind Momente, in denen ich weiß warum ich mit ihm zusammen bin...

Wie dem auch sei, kurze Zeit später schleppte Jenny Ihren Marc nach Hause. Beneidenswert, denn was nun folgte, war definitiv schlimmer als der ganze Abend bisher. Plötzlich gesellte sich Olli, der oben genannte Exfreund von Pats Mtter zu mir. Und Olli ist... Nunja... Ein wenig anders. Daran, dass er sofort anfing mir von seinem Sexleben mit sich selbst zu erzählen, erkannte ich, dass er mindestens eine halbe Flasche Braunen intus haben musste. Wie gesagt, es hätte ein so schöner Abend werden können. 

Eine Stunde später war mir schlecht... Nicht nur von dem Porno, auf den sich Olli am Morgen einen runtergeholt hatte,  und von dem er mir nun in allen Einzelheiten erzählte. Nein, auch vor Schmerz. Eine angeborene Patelladysplasie macht es mir unmöglich, längere Zeit meine Beine zu belasten ohne die Wahl zwischen Magenwandzerstörenden Schmerzpillen oder unerträglichen Schmerzen zu haben. An diesem Abend hatte ich mich dummerweise für die Schmerzen entschieden. Mein linkes Knie fühlte sich an, als würde jemand es als Kissen für strohhalmgroße Nadeln benutzen. Mein Freund sß ein paar Meter von mir entfernt an der Theke und hatte sichtlich Spaß mit einem Freund und seinem Ich - weiß - nicht - wie - vieltem Longdrink. Ich hörte mir gerade Ollis Theorie über Analverkehr an ("Ich schwör dir, das musst du ausprobieren!" - "Nein, Olli mss ich nicht.", als mein Kerl sich von der Theke erhob. Er sah mich an. Ich verschte Blickkontalt zu vermeiden, da ich den Schmerz nicht ganz aus meinem Blick verbannen konnte. "Was ist los Schatz?" Verdammt. Ich hatte es befürchtet. "Nichts." War meine Antwort. "Nur wieder die Knie." Na super. Warum konnte der nicht einfach das Mal halten und sich betrinken? Konnte er doch sonst auch so gut. Wie dem auch sei, Mit dieser Antwort gab er sich nicht zufrieden. "Was ist denn damit?" -.- "Sie tun weh!?" War ja immerhin nichts neues. "Schlimm?" fragte er. Ich sah ihn an. "Wonach siehts aus?" - "D gehörst ins Bett Schatz!" Ich prustete. Er sagte es so vorwurfsvoll, als hätte ich darauf bestanden hier zu bleiben. Als hätte ICH daraf bestanden mir drei Stunden lang Olli anzuhören, wie er mir von seinem Sexleben mit sich selbst, Seinen Pornofilmen und seinen Theorien über Analverkehr auf den Keks ging. "Ach, ehrlich?" fragte ich bissig. "Ich ruf ns ein Taxi." und -zack- war er verschwunden. Verwndert sah ich ihm hinterher. DAS war ja mal was ganz neues. Was als nächstes passierte hätte ich nicht geglaubt, wennn ich nicht dabei gewesen wäre. Er ging hinter die Theke und kippte seinen Barcardi-Cola weg. Ich drehte mich mit afgerissenen Augen zu Olli herum, der triumphierend Lächelte "Geht doch. Hast den kleinen ja gut im Griff was? Wo waren wir stehen geblieben... Ach ja, die Reportage heute morgen... Wusstest du, das Pornodarsteller es sich in ihrer Freizeit durchschnittlich einml am Tag selbst besorgen...?" Ich schaltete ab. Ich beobachtete Olli knappe 10 Minten lang. Ich sah dass sich seine Lippen bewegten, hörte aber nicht mehr hin. Der Schmerz in meinen Knieen wurde unerträglich. Ich rieb darüber und zuckte zusammen. Mir wurde schlecht. Wie lange konnte denn so ein verdammtes Taxi brauchen? Ich drehte mich um. Ich wünschte mir heute noch, ich hätte es nicht getan. Anstatt sich abreisefertig zu machen saß mein Kerl im Raucherraum vor den Spielautomaten - mit einem neuen Barcardi - Cola in der Hand. In diesem Moment waren die Schmerzen fast vergessen. Ich schäumte vor Wut. Ich stand auf, ohne darauf zu achten, das Olli gerade mitten in seinen erotischen Ausschweifungen steckte, rief dem Ralf zu, er solle ein Taxi rufen und hinkte nach draußen. In meiner Fantasie stellte ich gerade die lustigsten Sachen mit dem Idioten an, der sich mein Freund schimpft. Am besten Gefiel mir der Gedanke, ihm eine Dynamidstange in den Mund zu stopfen. Doch bevor ich diese Idee weiter ausführen konnte, fuhr ein Taxi vor. Ich humpelte also wieder rein, dicht gefolgt von dem Fahrer des Taxis. Mich wunderte es, dass er nicht auf der Schaumspur ausrutschte, die ich hinter mir her zog. Ich krückte in den Raucherraum, holte einmal tief Luft und sagte in möglichst ruhigem Tonfall "Schatz, unser Taxi ist da." Ohne sich umudrehen antwortete er "Ich komm gleich Schatz." Ich wäre ihm am liebsten in den Rücken gesprungen, doch leider hielt mich der bestialische Schmerz davon ab. "Gleich bedetet für mich innerhalb der nächsten 2 Sekunden." Diesmal drehte er sich um, warf mir einen genervten Blick zu und drehte sich danach wieder den bunten Bildchen zu. "Ich sagte, ich komme GLEICH Schatz." Sämtliche Gespielte Gelassenheit viel in diesem Moment von mir ab. Ich zog sein Handy aus meiner Tasche, das ich im Laufe des Abends von Ihm zur Aufbewahrung bekommen hatte und knallte es ihm auf den Tisch (Keine Sorge, ist ein Nokia, das hält sowas aus ;D) Plötzlich saß er Kerzengerade auf seinem Stuhl und sah mch an. Er stand auf, kam auf mich zu und wollte mich in den Arm nehmen, doch ich wich zurück. "Ich werde jetzt zu diesem Taxi gehen" Zischte ich "und wenn ich an diesem Taxi angekommen bin, und du bist nicht da, werde ich einsteigen und zu meinen Eltern fahren nd du siehst mich NIE WIEDER!" damit drehte ich mich um und humpelte so schnell ich konnte hinaus (und ich kann verdammt schnell humpeln wenn ich wütend bin ^^) Und was soll ich sagen? Ich hatte das Astro noch nicht ganz verlassen, da hatte er mich eingeholt. Geht doch. Warum muss man immer erst böse werden?

   

So, jetzt habe ich keine Zeit mehr, der rest des abends kommt später XD

Bis später

Jay 

1 Kommentar 5.11.08 17:28, kommentieren